Bereits am Anfang einer leidenschaftlichen Karriere als Maler stehen Akte, Portraits, Landschaften und Stillleben, die zeitlebens die zentralen Motive seines Schaffens bleiben sollten.
Während die sechziger und siebziger Jahre stilistisch noch im Zeichen des Aufbruchs stehen, wie der Suche nach den ganz eigenen Ausdrucksmitteln und der Selbstvergewisserung als Künstler, zeigt sich Rolf-Dietrich Ratzmann in den Achtzigern und Neunzigern als Meister seines Metiers. Sicher in der Komposition, souverän und locker im Farbauftrag, großzügig und expressiv in der Handhabung des Pinsels wird die sinnlich wahrnehmbare Wirklichkeit immer mehr zum Spiegel seiner emotionalen Befindlichkeit. Ein Aufschrei, eine innere Getriebenheit haben die vordergründige Ruhe und Beschaulichkeit seiner früheren Arbeiten verdrängt.
Mit äußerster Vitalität und Intensität bewegt sich Ratzmann zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, immer auf der Suche nach dem letzten, dem vollkommenen Bild.
Dr. Andrea Otte, Kunsthistorikerin
Werdegang
1962 - 1965 Werkkunstschule Dortmund: Studium der Gebrauchsgrafik, Lehrer: Gustav Deppe und Ulrich Knispel (Gruppe "Junger Westen")
1965 - 1966 Stipendium am College of Arts, Leeds (England): Grafik und Meisterschüler für freie Malerei
1966 - 1967 Stipendium an der Ecole Nationale Superiéure des Beaux Arts, Paris
1967 - 1969 Staatliche Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
1969 - 1988 Lehrtätigkeit im Fach Kunst am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen
1988 Freistellung von der schulischen Lehrtätigkeit; Selbständig als Maler
1999 Post mortem Ehrung durch die Stadt Lünen: Benennung der Rolf-Dietrich Ratzmann Strasse
Leben
1944 Geboren am 26. April in Zeitz (Sachsen-Anhalt)
1953 Flucht mit den Eltern nach Lünen (Westfalen)
1968 Renovierung und Bezug des Spieker, Lünen
1970 Heirat mit Ursula Thiele, Lehrerin aus Lünen Kauf des Kotten in Hogenbögen bei Vechta
1972 Geburt der Tochter Julia
1975 Geburt der Tochter Laura
1992 Gestorben am 9. April in Hogenbögen
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