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Gabriele Münter

Berlin 1877 - 1962 Murnau

Nach dem frühen Tod der Eltern, einem ersten privaten Zeichenunterricht und einem zweijährigen Aufenthalt in Amerika zog Gabriele Münter 1901 nach München. Dort trat sie in die „Phalanx-Schule“ von Wassily Kandinsky ein. Kandinsky war ihr Lehrer und wurde bald auch ihr (anderweitig verheirateter) Geliebter. Das Künstler-Paar unternahm zwischen 1904 und 1908 lange Reisen, nach Tunis, an die Riviera, nach Paris, wo Münter unter dem Eindruck von Matisse und den anderen Fauves zu einer ganz neuen Malweise klarer Formen fand. 1909 erwarb Münter in Murnau ein Haus, in dem sie die Sommermonate mit Kandinsky verbrachte. Es entwickelte sich rasch zum Treffpunkt der Münchner Avantgarde (Werefkin, Jawlensky, Marc und Macke gehörten zu den Bewohnern). Die frühen Werke sind eng mit ihrer Beziehung zu Kandinsky und den gemeinsamen Aufenthalten in Murnau verknüpft. Hier entstanden in jenen Jahren ihre berühmten farbenfrohen Bilder der bayerischen Alpenlandschaft, die im Haus arrangierten Stillleben und die Porträts der Malerfreunde. Für Gabriele Münter war diese Zeit die produktivste Schaffensperiode ihres Lebens. Sie brachte den künstlerischen Durchbruch zu einer neuen Sehweise und neuen Ausdrucksmitteln. 1911 erreichte sie im Rahmen einer Ausstellung mit Kandinsky und Marc ihre künstlerische Anerkennung. Nach der einschneidenden Zäsur des Ersten Weltkriegs und der Trennung von Kandinsky mündete Gabriele Münters künstlerische Entwicklung während der 20er und 30er Jahre in neue Schaffenskraft. Auch das Spätwerk zeugt von ihrer unverminderten Fähigkeit, leuchtend-expressive Bilder zu malen. Zwischen 1915 und 1920 lebte Münter in Skandinavien, um Kandinsky näher zu sein, der vor Kriegsbeginn nach Russland gezogen war. 1917 verschwand Kandinsky kommentarlos aus ihrem Leben. Erst Jahre später erfuhr Münter, dass er wieder geheiratet hatte. Seit 1929 lebte Münter mit dem Kunsthistoriker Johannes Eichner zusammen. Während der Zeit des Nationalsozialismus hatte sie Ausstellungsverbot. 1949, als 72-Jährige, konnte sie sich mit einer Gedächtnisausstellung „Der Blaue Reiter in München“ wieder der Öffentlichkeit präsentieren. 1962 verstarb Gabriele Münter in Murnau.

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